#current mood: Frustrierendes Bloggertief

Ich befinde mich derzeit in einer sehr komischen Phase: Seit einigen Tagen plagt mich ein sehr frustrierendes Bloggertief. Es fällt mir sehr schwer, dieses Gefühl im Bauch zu beschreiben. Ich kann euch auch keinen konkreten Auslöser dafür nennen. Was ich euch aber sagen kann, ist, dass mich in dieser neuen Instagram- bzw. Bloggerwelt so einige Dinge immer mehr und mehr nerven.

Warum haben wir begonnen Blogs zu lesen und Profilen auf Instagram zu folgen? Warum verbringen wir Zeit damit uns Instagram Stories anzusehen? In den meisten Fällen sogar von absolut fremden Menschen! Ich kann nur von mir sprechen: Ich habe begonnen Blogs zu lesen und fremden Menschen auf Instagram zu folgen, weil sie für mich inspirierend, persönlich, authentisch, real, ehrlich und greifbar waren. Es hat Spaß gemacht, seine Interessen mit Gleichgesinnten zu teilen, sich Tipps zu holen und sich vielleicht sogar zu Dingen inspirieren zu lassen, die man sich vorher nicht so getraut hätte. Man hat diesem Mädchen hinter der Tastatur vertraut. Man hat eine gewisse Verbundenheit verspürt. Ich habe nicht viel Wert auf Perfektion gelegt. Immer dann, wenn ich einen professionell recherchierten Text mit makellosen Bildern lesen bzw. sehen wollte, habe ich zu Fashionmagazinen gegriffen.

Genau diese „alten“ Eigenschaften vermisse ich so sehr. Ich habe das Gefühl, dass diese persönliche Note immer mehr und mehr in den Hintergrund rückt. Wichtig sind nur mehr perfekt inszenierte Bilder, der perfekte Look, der bestperformende Instagrampost, der perfekte Gesichtsausdruck, die perfekte Pose und natürlich Kooperationen, Kooperationen und noch mehr Kooperation. Spaß? Freude? Kreativität? Kleine Spielwiese? Austausch auf einer persönlichen und realen Basis? Was ist das bitte!!! Was unterscheidet Blogs heute noch von Fashionmagazinen? Ich bin der Meinung nicht mehr viel! Zudem wirkt alles immer langweiliger und beinahe ident. Der Stil wird immer ähnlicher, die Filter und Blogdesigns ebenso. Die meisten Themen wurden schon mehrmals zerkaut, wieder ausgespuckt und nochmals zerkaut, so dass man schon beim Lesen der Schlagzeile müde Augen bekommt und den Daumen mittlerweile in „Schneller-Wegwischer“ umtaufen könnte.

Mich macht diese Situation sogar ein wenig traurig, da mir das Bloggen immer sehr viel Spaß gemacht hat und ich ein Stück meiner Freude verloren habe. Mein Blog war stets ein kleiner kreativer Ausgleich zum sonst eher trockenen beruflichen Alltag. Zudem musste ich an mir selbst beobachten, dass diese zunehmende Perfektion in der neuen Instagram-/Bloggerwelt mich beim Schreiben / Beiträgeproduzieren gehemmt hat. Früher habe ich nicht 10x darüber nachgedacht, ob ich einen Beitrag posten oder nicht posten sollte. Viele Beiträge (vor allem auf Instagram) waren aus dem Moment heraus. Die Qualität war nicht immer top, aber der Moment dafür greifbarer. Wisst ihr wie ich meine?

Ich hoffe, dass dieses Gefühl bald wieder verschwinden wird und ich meine Freude am Bloggen wieder zu 100% zurückgewinnen werde. Vielleicht müssen wir alle ab und an mal unseren Kopf von dieser immer schneller werdenden Social Media Welt für einige Tage lüften. Als Blogger beschäftigt man sich schließlich beinahe jeden Tag damit. Für Tinera wünsche ich mir jedenfalls ein neues Format: Wieder mehr Beiträge aus dem Moment heraus und keine Hemmungen.

Wie denkt IHR über dieses ganze Thema? Könnt ihr meine Gedanken verstehen?