einige Gedanken – Dankbarkeit

Ausblick aus unserer Hotelterrasse

Als ich vor einigen Tagen in Kreta am Strand gelegen bin, auf`s weite Meer geblickt habe und seitlich zu meinem Freund hinübergesehen habe – ja in diesem Moment habe ich mir gedacht: „WOW, Tina! Dir geht es eigentlich so gut. Du kannst dich so glücklich schätzen, dass du dieses Leben führen darfst und du müsstest dafür jeden Tag dankbar sein!“

Ich war gemeinsam mit meinem Freund – einem Bergwerk von Mensch – im Urlaub, in einem wuuuuunderschönen und richtig schicken Hotel. Beinahe jeden Abend sind wir auf unserer schönen Hotelterrasse gesessen mit einem Cocktail in der Hand und haben dabei beobachtet, wie die Wellen im Meer umhertanzten. Aber es ging mir nicht nur an diesen Tagen in Kreta gut, sondern generell. Ich habe einen tollen Freund, eine wunderbare Familie und Freunde, ein schönes Zuhause, einen Job und ich darf in einem sicheren und stabilen Land leben. An einem Abend, als wir gerade laut die Rolling Stones auf unserer Hotelterrasse in Kreta hörten und dabei vor uns dahin philosophierten (wie so oft), und ich so über mein Leben nachdachte (ich weiß, etwas kitschig hahaha), wurde ich in diesem Augenblick richtig sauer …

… auf uns Menschen. Auf die Menschen, die eigentlich schon alles haben, aber immer noch unzufrieden und undankbar sind mit ihrem Leben. Während es auf der Welt Menschen gibt, die um`s Überleben kämpfen und sich freuen würden, wenn sie einen Bruchteil von dem hätten, was andere nicht zu schätzen wissen. Ich denke, es liegt in der Natur des Menschen immer mehr und mehr zu wollen. Genau diese Natur treibt uns Menschen voran. Sie gibt uns einen Sinn. Stellt euch ein Leben ohne Arbeit vor. Klar, kann der Arbeitsalltag stressig sein und man wünscht sich oft viel mehr Freizeit, aber Arbeit gehört zu uns Menschen. Wir brauchen kleine Erfolge, kleine Ziele, um voranzukommen und nicht einfach so vor uns dahinzuleben. Nur leider kann dieser Ansporn und Ehrgeiz auch nach hinten losgehen. Hat man die eine Sache erreicht, will man den nächsten Erfolgsgipfel erklimmen. Hat man sich eine superteure Handtasche gekauft, will man vielleicht schon die 2 oder vielleicht sogar 3 und 4. Hat man eigentlich schon eine superschöne Figur, will man vielleicht doch noch dünnere Beine, einen flacheren Bauch. Der Mensch ist nie zufrieden, vor allem, weil er sich immer mit anderen Menschen messen wird, die erfolgreicher, reicher oder sogar dünner und durchtrainierter sind, als er selbst. Aus diesem Grund sind auch superreiche Hollywoodstars und andere Millionäre nicht zu 100% glücklich … zumindest bin ich persönlich davon überzeugt, denn nicht umsonst enden viele von ihnen im Drogensumpf.

Für mich ist klar: Reichtum macht auf Dauer nicht glücklich. Erfolg und eine toll durchtrainierte Figur auch nicht, denn es wird immer jemanden geben, der reicher ist, besser ist. Ich bin davon überzeugt, dass man sein Glück findet, indem man endlich einsieht, was man alles hat, wie gut es einem eigentlich wirklich geht und wenn man dankbar ist, für die Dinge, die man hat. Und seien wir doch ehrlich: Uns geht es allen gut. Ich weiß es ist für manche von euch vielleicht ein Extrembeispiel und jeder denkt, dass seine Probleme richtig schlimme Probleme sind, aber wenn ich mir die derzeitige Flüchtlingsproblematik oder hungernde Menschen in Afrika etc ansehe, bin ich für all die Dinge dankbar, die ich habe. Und das solltet ihr auch sein. Klar, wird es immer reichere, schönere und schlankere Menschen geben. Na und, who cares! Du bist auch toll. Der Mensch muss auch nicht immer superreich, erfolgreich und schlank sein. Das ist ein Phänomen, das sich heutzutage in unsere Gesellschaft hineingebissen hat und ich habe das Gefühl, jeder glaubt sich daran halten zu müssen, um der Beste, der Tollste zu sein. Bah, so ein Schwachsinn! Hauptsache du bist ein toller Mensch und dir geht es gut. Um ehrlich zu sein, bekommen Menschen, die zwar unpackbar erfolgreich und reich sind, aber dafür einen unglaublich miesen Charakter haben, absolut keine Bewunderung von mir. Was habe ich von so viel Kohle, wenn ich ein (entschuldigt bitte den Ausdruck) beschissener Mensch bin und mich niemand ausstehen kann, weil ich ein richtiges Arschloch bin. Gar nichts!!!!! Also Gesellschaftswettkampf – hör endlich auf!!! Du schaffst nur eine kollektive Unzufriedenheit.

Ich muss ehrlich sagen, mein Herz blutet, wenn ich sehe wie viel Geld wir für unnützes Zeug ausgeben bzw. wie viele Lebensmittel wir im Monat wegwerfen, während ich mir den Rest der Menschen ansehe. Menschen, die für ihre Armut nichts können. Menschen, die in ein Land hineingeboren wurden, das von Anfang an für nichts Gutes bestimmt war. Eigentlich unfair, oder? Der eine kommt in – sagen wir Österreich – zur Welt und darf eine gewisse Sicherheit und Stabilität genießen – einfach so. Und der andere wächst in Kenia auf und ist eigentlich zum scheitern verurteilt (er kann nichts dafür), obwohl er vielleicht begabter und klüger wäre. Vielleicht sogar ein besserer Mensch wäre. Oder sogar ein zweiter Steve Jobs wäre (der, wenn wir genau darüber nachdenken, unsere Welt komplett verändert hat), wenn er unter anderen Lebensbedingungen aufwachsen dürfte. Aber ja, so ist die Welt eben.

be thankful

Foto via Pinterest

Darum sollte man der Flüchtlingsproblematik gegenüber etwas mehr Toleranz und Verständnis zeigen. Ich möchte hier niemanden verurteilen, der es nicht tut. Aber einfach zu sagen: „De sollen si afoch schleichen!“ ist für mich ein Schubladen denken ohne genauer darüber nachzudenken. Wir sind um kein Stück besser als diese Menschen. Sie sind Menschen, wie du und ich und sie haben auch ein normales Leben verdient.

Was ich mit meinem heutigen Beitrag sagen möchte:

Lernt euer Leben zu schätzen und seid jeden Tag dankbar. Dankbar für

– die Dinge, die ihr habt

– die Erfolge, die ihr genießen dürft (ich weiß, Erfolge erreicht man nur, wenn man dafür hart arbeitet. Aber denkt an mein oberes Beispiel mit dem „zweiten Steve Jobs“ nach, der in Afrika aufwächst. Manche haben nicht einmal die Möglichkeit mit viel Arbeit und Ehrgeiz die Erfolge zu erreichen, die wir erreichen können, weil die nötigen Lebensbedingungen fehlen)

– die Menschen, die zu eurem Familien- und Freundeskreis gehören

– und zeigt den Menschen gegenüber, die das alles nicht haben, etwas mehr Toleranz.

Danke für`s Durchlesen! ;) Eure Meinung zu dem Thema Dankbarkeit und Gesellschaftsdruck würde mich natürlich sehr interessieren. 

 

 

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