für Blogger: Fakten über die Umsatzsteuer

Die Umsatzsteuer ist ein weiteres Thema, welches Bloggern bzw. Selbständigen Kopfzerbrechen bereitet. Untenstehend die wichtigsten Fakten im Überblick:

Kleinunternehmer?

Unter einem Kleinunternehmer ist ein Unternehmer zu verstehen, dessen Gesamtumsätze pro Jahr nicht mehr als EUR 30.000 netto betragen. Als Kleinunternehmer ist man gemäß § 6 Abs 1 Z 27 UstG (siehe hier) von der Umsatzsteuer befreit. Dies bedeutet, dass die eigenen Rechnungen ohne Umsatzsteuer zu erstellen sind, man somit keine Umsatzsteuer verrechnen muss/darf und diese letztendlich auch nicht an das Finanzamt abzuführen ist. Dies bedeutet wiederum, dass man keinen Vorsteuerabzug geltend machen kann. Kaufst du dir zB eine Kamera, dann kannst du dir die Umsatzsteuer im Zuge des Vorsteuerabzuges nicht zurückholen.

Die von dir ausgestellten Rechnungen haben einen Hinweis über die Steuerbefreiung zu enthalten, wie zb: „Als Kleinunternehmer erhebe ich gemäß § 6 Abs 1 Z 27 UStG keine Umsatzsteuer.“ Dieser Hinweis ist wichtig. Erstellst du nämlich fälschlicherweise eine Rechnung mit USt, schuldest du dem Finanzamt die Umsatzsteuer.

Vorsteuerabzug als Kleinunternehmer?

Ist das möglich? Ja, das ist möglich. Kleinunternehmer können durch die sogenannte „Option“ auf die Steuerbefreiung verzichten. Hierbei ist eine Verzichtserklärung (siehe hier) an das Finanzamt zu übermitteln. Ein derartiger Verzicht gilt für die nächsten 5 Jahre. Dies bedeutetet nun: Rechnungen sind samt USt auszustellen. Die USt ist an das Finanzamt abzuführen. Weiters bedeutet dies: Bei betrieblichen Ausgaben (wie zB Anschaffung Kameraequipment, Büromaterial, Laptop etc) kannst du dir im Zuge des Vorsteuerabzuges die Umsatzsteuer zurückholen. Eine Option als Kleinunternehmer macht nur Sinn, wenn man viele Ausgaben hat. Sind deine Ausgaben eher gering, macht eine Option keinen Sinn, sondern stellt lediglich einen Aufwand dar. Man muss dann nämlich pro Quartal eine Umsatzsteuervoranmeldung sowie pro Jahr eine Umsatzsteuerjahreserklärung beim Finanzamt abgeben. Kennst du dich bei der Erstellung nicht aus, brauchst du einen Steuerberater und der kostet wiederum. Deshalb: Überlege dir sehr sorgfältig, ob du als Kleinunternehmer einen derartigen Verzicht abgeben möchtest. Immerhin bist du die nächsten 5 Jahre an den Verzicht gebunden.

Ab wann entsteht die Umsatzsteuerpflicht?

Erreicht man einen Gesamtumsatz von mehr als EUR 30.000 im Jahr unterliegt man der Umsatzsteuerpflicht. Man unterliegt ab diesem Zeitpunkt nicht mehr der Kleinunternehmerregelung. Ein einmaliges Überschreiten dieser Grenze um nicht mehr als 15 % innerhalb von fünf Kalenderjahren ist erlaubt.

Was ich bei einer Steuerpflicht beachten muss?

Wird die oben erwähnte Grenze von EUR 30.000 netto überschritten, benötigst du eine UID-Nummer. Diese kannst du mit folgendem Formular beim Finanzamt beantragen. Des Weiteren besteht die Verpflichtung zur Abgabe einer Umsatzsteuervoranmeldung (siehe Formular hier) sowie einer Umsatzsteuerjahreserklärung (siehe Formular hier). Bei einem Vorjahresumsatz von mehr als EUR 100.000 sind monatliche Umsatzsteuervoranmeldungen abzugeben. Übersteigen deine Umsätze im vorangegangenen Kalenderjahr EUR 30.000, aber nicht EUR 100.000, ist die Umsatzsteuervoranmeldung vierteljährlich einzureichen. Die Umsatzsteuervoranmeldung ist spätestens am 15. des zweitfolgenden Kalendermonats (bei vierteljährlichem Voranmeldungszeitraum somit bis zum 15. Mai, 15. August, 15. November und 15. Februar) einzureichen. Eine Umsatzsteuerjahreserklärung ist, wie der Name bereits sagt, jährlich einzureichen.

 

 

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