sardinien

Diejenigen unter euch, die mir auf Instagram folgen (tinera_at) wissen bereits, dass ich letzte Woche in Sardinien war. Der Entschluss nach Sardinien zu fliegen, kam wieder einmal sehr spontan (wann schaffe ich es endlich eine Reise Monate vorher zu planen). Irgendwie sind da mein Freund und ich immer viel zu chaotisch und unentschlossen. 

Ursprünglich wollten wir eigentlich nach Ligurien fahren, die Strände und Genua erkunden sowie der Toskana einen Besuch abstatten. Doch leider spielte in unserer Urlaubswoche das Wetter nicht so mit, weshalb ein spontanes Manöver eingelegt werden musste. Da wir beide sehr große Italienfans sind (das Essen ist der Wahnsinn!!!), war klar, dass die Destination in Italien sein musste. Wetterbedingt standen somit Sizilien und Sardinien auf unserer Liste. Nach einer kurzen Googlerecherche lenkte uns unser Bauchgefühl eher Richtung Sardinien – ruhig, idyllische Buchten, „karibisches“ Meer … versprachen die Googleberichte. Im zweiten Schritt musste nur noch entschieden werden – Norden oder doch eher Süden? Da die sardische Hauptstadt Cagliari im Süden liegt und wir doch etwas Leben um uns herum haben wollten (Sardinien soll lt. Googlerecherche sehr sehr ruhig sein), fiel die Entscheidung auf den Süden ohne viel herumzuüberlegen und weiterzurecherchieren (auweh! Notiz an mich: Immer brav recherchieren! hahahaha). Wir buchten ein Apartment direkt am Strand – nur wenige Minuten von Pula entfernt. Die Reise konnte beginnen.

Sardinien

Unbedingt ein Auto mieten

In Sardinien angekommen, führte der erste Weg zu unserem Mietwagen. Direkt beim Arrival-Bereich am Flughafen gibt es eine Mietwagen-Area mit unterschiedlichen Mietwagenanbietern. Es ist sehr empfehlenswert den Mietwagen vorher im Internet zu reservieren, da sie immer sehr schnell ausgebucht sind und man einen vor Ort spontan nur sehr schwer ergattern wird. Ein Auto in Sardinien ist unerlässlich. Es gibt zwar eine Busanbindung von Strand zu Strand bzw. von Cagliari bis zum Strand, doch jeden Tag an den Bus gebunden zu sein, der nicht regelmäßig fährt, ist doch ziemlich mühsam. Und da wir verschiedene Buchten und Strände abfahren wollten, haben wir bei dieser Entscheidung keine Sekunde gezögert. Übrigens war der Mietwagen supergünstig. Wir haben für 8 Tage EUR 140 bezahlt. Nachdem wir in unserem Fiat 500 (so ein süßes Auto) nun bereit für das Abenteuer Sardinien waren und uns Richtung Cagliari begaben, wurde uns nach wenigen Minuten klar: Sardinien ist die Insel der Fiats. Der Anblick war wirklich witzig. Jeder Dritte fährt dort einen Fiat (natürlich hauptsächlich gemietet).

Sardische Hauptstadt Cagliari

Als wir durch Cagliari fuhren (auf der Suche nach einer Pizzeria – wir konnten es kaum erwarten und waren ausgehungert), war ich um ehrlich zu sein ziemlich enttäuscht. Die Atmosphäre war nicht typisch italienisch und etwas drückend. Man hat sofort gemerkt, dass dieser Teil Italiens ärmer ist. Die Stadt ist sehr schmutzig und alt. Mit alt meine ich nicht so schöne Altbauten, wie man sie in Wien kennt, sondern wirklich alt und zerfallen. Mein erster Gedanke war – Kommunismus. Hört sich jetzt vielleicht komisch an, aber es sah etwas kommunistisch aus. Zum Glück entdeckten wir im Zentrum dann doch einen netten Bereich, in dem man die Wahl zwischen einigen netten Lokalen hatte. Aber alles im allem war ich von der Hauptstadt Sardiniens enttäuscht. Den letzten Tag unseres Urlaubes haben wir am Strand in Cagliari verbracht. Kann ich nur davon abraten, da die Strände abseits von Cagliari viel viel schöner sind.

Der Süden

Nachdem wir endlich unsere langersehnte Pizza verputzt haben, ging es Richtung Pula zu unserem Apartment. Um genauer zu sein, lag unser Apartment einige Minuten abseits von Pula. Fahrtzeit von Cagliari nach Pula ca. 40 Minuten. Am Weg dorthin stellten wir fest, dass der Süden sehr viel Erdölindustrie besaß und ziemlich verschmutzt war. Der Müll lag am Straßenrand, die Häuser teilweise abgerissen oder nicht fertig gebaut. Rundherum reine Natur. Ok, dieser Punkt war mir schon im Vorhinein klar – Sardinien ist sehr ruhig und naturbelassen, aber dass die Insel dann sooooooo ruhig (teilweise war es nicht so einfach ein Restaurant zu finden) und naturbelassen ist bzw. schmutzig ist, war uns dann doch nicht zu 100 % bewusst. Tja, da aber einer meiner Vornamen Optimistin lautet, ließ ich mich nicht unterkriegen.

Unser Apartment war wirklich sehr sehr nett. Ihr müsst wissen, im Süden gibt es eher wenige Hotels aber dafür sehr viele Apartments. Wir dachten uns: Wieso nicht. Ist doch auch mal ganz nett. Wir hatten eine große Terrasse mit Meerblick direkt am Strand und zauberten jeden Tag unser Frühstück selbst. ich liebe es im Ausland die Supermärkte zu erforschen, vor allem die Süßigkeitenabteilung. Da findet man meist Dinge, die man noch nicht kennt. Das Apartment war sehr geräumig, da es eigentlich für 6 Personen gedacht war. Ihr werdet euch jetzt denken „Wieso so ein großes Apartment?“. Tja, auf Grund unserer Kurzfristigkeit war die Auswahl nicht mehr so groß und eine große Anforderung unsererseits an das Apartment war der Meerblick bzw. der direkte Zugang zum Strand. Da das Apartment wirklich günstig war (knappe EUR 450 pro Person für 7 Nächte), wir einen direkten Zugang zum Strand hatten sowie einen Pool im Apartmentareal, fiel die Entscheidung auf dieses Apartment. Ihr seht, als Gruppe oder Familie könnte man in Sardinien eigentlich ziemlich günstig Urlaub machen.

Bezüglich Strände stand Costa Rei sowie Chia auf unserer Liste. Wir hatten auch kurz überlegt, ob wir nicht auch einen Abstecher in den Norden machen sollen, aber da die Fahrt dorthin über 3 Stunden dauert, haben wir es dann doch gelassen. Als wir an unserem Tag 2 endlich zum Strand fuhren, war die etwas trübe Stimmung verschwunden. DIE STRÄNDE SIND NÄMLICH DER OBERHAMMER. Da war uns sofort klar, wieso Sardinien von so vielen Menschen bereist wird. Die weißen Sandstrände und das türkise Meer können absolut mit der Karibik mithalten und das ist keine Übertreibung, denn ich war schon mal in der Karibik. Ich war hin und weg. Mit dem Auto fuhren wir die nächsten Tage die Küste entlang und besuchten beinahe jeden Tag einen anderen Strand. Im Süden ist der Strand Teulada (liegt in Chia) einer unserer Favoriten. Dort ist es zwar ruhig, aber nicht ganz so ruhig. Man konnte sich in eine wirklich coole Bar setzen, einen Aperol trinken, Musik hören und den Ausblick genießen. Die anderen Strände in Chia waren viel ruhiger und auch sehr sehr schön. Costa Rei gefiel uns auch sehr sehr gut. von Pula bis Costa Rei dauert es mit dem Auto ca. 2 Stunden. Als ich im Internet einige Fakten zu Costa Rei gesucht habe, war meine Erwartungshaltung sehr hoch. Es klang nach einem riesigen Strand mit vielen netten Bars. In Wirklichkeit ist es zwar ein sehr sehr schöner weißer Sandstrand, aber so wie man es in Sardinien gewohnt ist – sehr sehr ruhig. Es befinden sich dort 2 kleine Restaurants und das war`s. Rundherum ist nicht viel zu sehen. Aber der Strand und das Wasser sind wiederum traumhaft. Jedoch nicht schöner als in Chia, somit eine Autofahrt dorthin (wenn man im Süden ist), ist nicht wirklich notwendig.

PULA, war die Stadt, die von unserem Apartment am schnellsten zu erreichen war. Das Zentrum von Pula hat 2 nette Restaurants und auch 2 nette und leckere Eisgeschäfte. Hahahaha ihr seht, so viel tut sich dort nicht. Außerhalb vom Zentrum gibt es auch einige kleine Pizzerien. In Pula befindet sich der Nora Beach. Wer ein Meeresfrüchtefan ist, ist dort genau richtig. Über einem Steg gelangt man dort direkt zum Restaurant und kann somit mitten im Meer sein essen genießen. Sonst gibt es dort noch 2 weitere Restaurants.

Fazit

Alles in allem ist Sardinien eine wirklich sehr sehr schöne und idyllische Insel. Wenn man sich für Sardinien als Reisedestination entscheidet, muss einem aber vollstens bewusst sein, dass die Insel komplett naturbelassen und seeeehr ruhig ist. Keine Promenade mit vielen Bars und Restaurants. Keine Einkaufsstraße. Keine Strandverkäufer, die Eis und Maiskolben verkaufen. Keine große Auswahl an Restaurants und Eisgeschäften, sondern Ruhe und Natur pur. Wenn man das im Vorhinein weiß und mit dieser Einstellung in den Urlaub fliegt, gibt es auch keine enttäuschten Gesichter. Uns war dieser Punkt von Beginn an zwar klar, aber ich glaube nicht zu 100 % bewusst. Ich wusste zwar schon, dass alles sehr ruhig und naturbelassen sein wird (was mir auch wirklich sehr gut gefällt), aber, dass es dann SO ruhig und naturbelassen sein wird, war uns dann dennoch nicht zu 100 % klar. Ein bissi Leben brauche ich zwischendurch dann doch. Ein kleiner Spaziergang auf der Promenade mit einem typisch italienischen Eis ist ja auch was Schönes. Jedoch nicht in Sardinien. Und wie gesagt, wenn man das weiß, gibt es keine Probleme.

DENNOCH rate ich euch bei einem Sardinienurlaub nicht in den SÜDEN zu fliegen, sondern das Augenmerk auf den Norden zu legen. Nachdem ich Zuhause war, habe ich ausführlich recherchiert (hahahaha wie sinnvoll, ich weiß – diese Recherche hätte ich im Vorhinein machen sollen – aus Fehlern lernt man), weil mich auch interessiert hat, wieso Sardinien im Vergleich zum restlichen Italien so arm ist und was sich hinter der ganzen Industrie genau verbirgt. Bei meiner Recherche habe ich herausgefunden, dass der Norden viiiiiiiiel viel schöner und auch reicher als der Süden ist. Aber Achtung viele Berichte schwärmen so über den Süden, dass man sich dann während der Recherche auch gar nicht mehr auskennt. Wie gesagt, der Süden ist zwar vom Strand/Meer schön, aber, wenn man weiß, dass es da noch etwas Schöneres auf der Insel gibt, dann fliegt man eher zum schönsten Plätzchen. Ich habe im Nachhinein auch mit Bekannten und Freunden gesprochen, die mir auch bestätigt haben, dass der Norden schöner ist. Vor allem Costa Smeralda und La Maddalena sollen der Hammer sein. Auch die Seite Alghero und die Stadt Bosa im Nordwesten sollen wunderschön sein. Cala Gonone im Nordosten soll ebenfalls ein toller Tipp sein. Dabei handelt es sich um eine kleine Bucht, die man nur mit einem Boot erreichen kann. Über diese Bucht bin ich während meiner Recherche zigmal gestolpert. Naja, irgendwann mal möchte ich mir den Norden somit auch ansehen, um mir ein eigenes Bild zu machen und dann werde ich euch fleißig berichten.

Sardinien

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Sardinien Pula

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  • Comments

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    Irina

    Hi Tina, vielen Dank für deinen Sardinien-Bericht, hat mir sehr geholfen, da ich auch im September 3 Wochen lang nach Sardinien fliegen werde, haben die Reiseroute nach deinem Bericht über den Süden ein bisschen nordlastiger geplant :-) Wollte dich noch fragen, für welchen Anbieter ihr euch bei den Mietautos entschieden habt, kannst du da was empfehlen? Vielen Dank, alles Liebe!

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      tinera

      Hallo liebe Irina,

      wow 3 Wochen, wie schön. Genieß es und vl möchtest du mir danach berichten, wie es dir gefallen hat?!

      Wir haben unseren Mietwagen über http://www.billiger-mietwagen.de reserviert und zwar bei Interrent. Wir waren mit dem Anbieter wirklich sehr zufrieden. Lief alles problemlos ab.

      Dann wünsch ich dir eine wunderschöne Reise.

      LG

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    Marjorie

    Herrlich! Da bekomme ich auch gleich wieder Lust auf Sardinien :-) Wir haben es uns vor ein paar Jahren angetan und sind von Cagliari über Alghero in den Norden gefahren (3 Stunden sind dann doch nicht soooo lange) und ja … unbedingt, es ist fast Pflicht! Die Strände sind gleich nochmal was ganz anderes #loveit <3

    Ganz liebe Grüße
    Marjorie

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    cristina

    Toller Bericht, ich kommentiere zwar nicht so oft, aber da ich meine Flitterwochen auf Sardinien verbracht habe, kann ich deinen Bericht in vielen Dingen unterschreiben. Es ist wirklich sehr ruhig, und Shoppen oder Fortgehen kosten ein VERMÖGEN. (Wir waren im Norden!) Mein Mann hat seine Flip Flops vergessen, das billigste Paar hat ca 40 Euro gekostet (Im Sale!) hihi. Aber ansonsten: es war wirklich traumhaft schön von der Natur her…Aber es machen sehr viele Stars hier Urlaub, (die kommen aber meistens mit ihrer Jacht hihi und mit einer Entourage, die machen sich ihre Party selbst :) hihi)

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      tinera

      ja unglaublich wie vielfältig diese Insel ist. Aber vom Meer her ist es tatsächlich wie eine europäische Karibik. :-)

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